Die aktuelle Ausstellung

Ulrich Rölfing - Vaterland

Gemeinsame Ausstellung vonStadtmuseum Bocholt undEUREGIO-Kunstkreis im Kunsthaus Bocholt

Sonntag, 17. März 2019, 11 Uhr im Kunsthaus Bocholt

Ausstellung vom 17. März 2019 bis zum 21. April 2019

Einführung: Harald Schiller; Ausstellungsmacher, Autor und Journalist

Öffnungszeiten: täglich (außer montags) 11 – 13 und 15 - 18 Uhr, sowie jederzeit nach Vereinbarung.
Eintritt: 1,50 / 0,50 Euro

Ulrich Rölfing, Vaterland/I, 2017, Eitempera, 100 x 80 cm, Foto: Michael Marczok

Vaterland ist die durch den Vater vermittelte Welt. Im Familienkontext verkörpert der Vater für den Sohn, und auf dieses Verhältnis hab ich mich fast ausschließlich beschränkt, Autorität, Stärke und Liebe. Dabei geht das Vatererleben über den realen eigenen Vater hinaus, ist größer und umfassender, bis hin zu der Anrufung „Vater unser“.

Das Vaterland handelt auch von dem vermissten Vater, dem herbeigesehnten und rekonstruierten Vater, vom Vater als bedrohlicher Leerstelle.

Es zeigt einen Vater, der tiefgreifende Prägungen im 2. Weltkrieg erfahren hat und der dadurch wesentlich im Verhältnis zu seinen Kindern bestimmt wurde.

Vaterland ist auch ein Gelände, ein seelisches Gefilde, eine Landschaft, die formend und strukturgebend dem Kind und dem Heranwachsenden einen bergenden Ausgangpunkt für das Leben bereitstellt. Es ist ein sozialer Raum. Es verkörpert einen Anspruch; hinter dem Vater steht die Linie der Väter. Auch der Vater hatte einen Vater, auch der Vater ist Sohn.

Anders als die Mutter bedeutet der Vater auch wesentlich Kampf, er istnicht nur bergend sondern auch herausfordernd, nicht nur nährend, sondern auch fremd und unzugänglich.

Zudem ist ja der Vater nicht nur Vater, sondern so viel mehr, ein individueller Mensch mit seinem Leben, der dann an einem bestimmten Punkt ebenauch Vater wird.

Unvermittelt sieht er sich in diesen neuen Stand hineingestellt und stehtnun mit allem was er hat und was er ist in diesem neuen Verhältnis. Er ist jetzt das Land, das der Sohn betritt.
Ulrich Rölfing

Ulrich Rölfing lebt und arbeitet als Bildhauer und Maler in Hamburg.
Sein künstlerischer Werdegang begann 1979 in Florenz, wo er durch den italienischen Bildhauer Raimondo Puccinelli in die Bildhauerei eingeführt wurde. Es folgte ein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Bochum und ein Kunststudium in Wien. Durch Ausstellungen im In- und Ausland und durch seine Werke im öffentlichen Raum ist seine Kunst vielfältig präsent.
Ulrich Rölfing ist Stipendiat der Malschule Weimar, der Otto Flath Stiftung, der Stadt La Rochelle (Frankreich) und Preisträger der Stadt Pöchlarn.
www.ulrichroelfing.de